Das heutige Wissen über die extraintestinale Peptidassimilation eröffnet erstmals die Möglichkeit, durch den Einsatz von kurzkettigen Peptiden sog. «komplette und ausgewogene» bzw. «maβgeschneiderte» Aminosäurelösungen für die parenterale Ernährung herzustellen. Erste Voraussetzung für die industrielle Produktion solcher Aminosäure/Peptid-Präparate ist jedoch die Bereitstellung von geeigneten synthetischen Peptiden in ausreichenden Mengen und zu einem vernünftigen Preis. Unter Verwendung der N-Carboxi-Anhydrid-Methode gelang uns die Synthese verschiedener glutamin-, tyrosin- und zystinhaltiger Peptide in hohen Ausbeuten. Sowohl das Dipeptid L-Alany-L-glutamin als auch die Tripeptide bis-L-tyrosinyl-L-lysin, bis-Glyzyl-L-Zystin und bis-L-Alanyl-L-zystin weisen hohe chemische und optische Reinheit, sehr gute Wasserlöslichkeit und Stabilität während Hitzesterilisation bzw. Lagerung auf und erfüllen somit alle an Substrate für die parenterale Ernährung gestellten chemischen/physikalischen Anforderungen. Im Rahmen der biotechnologischen Forschung setzten wir erfolgreich Proteasen pflanzlichen, tierischen und mikrobiellen Ursprungs zur Synthese verschiedenster glutamin- und zyst(e)inhaltiger Peptide ein. Gegetüber den chemischen Verfahren zeichnet sich diese enzymkatalysierte Peptidsynthese durch einen (stereo-)spezifischen Reaktionsverlauf, kurze Reaktionszeiten sowie eine wesentlich vereinfachte Reinigungsprozedur aus. Die Bindung des Enzyms an einen unlöslichen Träger ermöglicht es, den Biokatalysator zurückzugewinnen und somit kontinuierlich arbeitende, ökonomische Syntheseverfahren zur bedarfsgerechten Bereitstellung von kurzkett